Die Stadtwerke - gemeinsam Energie sparen und spannende Themen entdecken

Die Liste der Gründe, die für einen verantwortungsvollen, einen reflektierten Umgang mit unseren Ressourcen sprechen, ist ohnehin schon lang. Das gilt neben Wasser vornehmlich für das Großthema Energie. Seit dem 24. Februar dieses Jahres jedoch haben sich hier neuartige Pro-Argumente offenbart. Initiiert durch die russische Invasion in der Ukraine ist die Energie-Debatte mit ungewohnten Attributen wie Unabhängigkeit und Freiheit in der öffentlichen Diskussion gelandet. Die Gemengelage, die sich dadurch in puncto Versorgungssicherheit parallel zu der Preisrallye an den Energiemärkten entwickelt hat, birgt großes Potenzial für Irritationen in der Bevölkerung. Jetzt kommt der originären Verantwortung der regionalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) eine Schlüsselrolle zu. Seit jeher stehen sie Pate für langfristige Sicherheit in der Energieversorgung. Ein wesentlicher Part ihres Selbstverständnisses hat aktuell eine herausragende Bedeutung erlangt. Denn die saarländischen EVU beraten und entwickeln gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden individuelle Lösungen, wie Energie jederzeit möglichst effizient eingesetzt werden kann.

Energiesparen kein Zielkonflikt

Aus eben diesem Grund gibt es den vermeintlichen Zielkonflikt – die EVU verkaufen Energie und beraten ihre Kunden gleichzeitig umfassend und kompetent, wie sie möglichst viel davon einsparen können – nicht im Ansatz. Denn Stadtwerke, die Energie mit Blick auf eine hohe Versorgungssicherheit im Rahmen langfristiger Strategien und Planungen vergleichsweise günstig an den Börsen beschaffen können, profitieren auch wirtschaftlich von der engen und verlässlich langfristig angelegten Zusammenarbeit mit ihren Kunden. Die Win-win-Situation entsteht, indem sich die EVU gemeinsam mit ihren Kunden optimieren und gemeinsam neue Möglichkeiten nutzen. Das weite Feld dieser Optionen reicht von dem Einsatz neuer Technologien über neue Entwicklungen bis hin zu „Altes neu gedacht“.

Dass wir Energie sparen, teils radikal umdenken und unser Verhältnis zu ihr von Grund auf neu kalibrieren müssen, ist längst Konsens und beschränkt sich nicht nur auf „Fridays for Future“. Gemeistert werden kann der Generationen-Auftrag Energiewende nur, wenn alle Teile der Bevölkerung aktiv mitziehen, sich überzeugt und aus freien Stücken mit Freude statt Frust solidarisch in der „guten Sache“ engagieren. Eine essentielle Komponente aller Überlegungen in diese Richtung ist daher der Komfortaspekt für die Bürger, den die Stadtwerke bei all ihren Kundenaktivitäten mitberücksichtigen. Denn nur mit Regeln und Verboten, einem schulmeisterlich erhobenen mahnenden Zeigefinger und klugen Ratschlägen kann nicht einmal ein Bruchteil dessen erreicht werden, was ein gemeinsames Anpacken, ein partnerschaftlicher Umgang auf Augenhöhe an (Energiespar-)Potenzial bietet.

Diese Botschaft ist bei den EVU im Saarland angekommen. Die Stadtwerke haben sie vor allem durch ihre traditionelle Kundennähe, die Präsenz vor Ort und die hohe Verbundenheit und Identifikation mit ihrer Region längst verinnerlicht. Daher genießen sie in hohem Maße Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Bürger. Ideale Voraussetzungen also, um gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln und zu lernen, dass Energiesparen nicht untrennbar mit asketischem Verzicht, Enthaltsamkeit und dem endgültigen Abschied von Komfort und Lebensfreude verbunden sein muss.

Erziehung und Neugierde

Unter diesen Gegebenheiten ist dann auch ohne die Gefahr einer Bevormundung eine Art „Erziehung hin zu mehr Energiebewusstsein“ möglich, das Experten als Grundvoraussetzung sehen, die Bevölkerung zu motivieren und mitzunehmen. Mitmacheffekt und „Ansteckungsgefahr“ inklusive. Wenn es den Energieberatern dann in einer „letzten Ausbaustufe der Harmonie“ noch gelingt, beim Gegenüber Neugierde im Hinblick auf Neues und Möglichkeiten zu wecken, ist das Ziel so gut wie erreicht.

Dann verlieren imaginäre „Technologie-Monstren“ endgültig ihren Schrecken. H-Y-D-R-A-U-L-I-S-C-H-E-R  A-B-G-L-E-I-C-H! Dann kommt eine spielerische, fast sportliche Komponente hinzu, die jegliche hochgeschraubte Fachterminologie und eine gefühlte Raketenwissenschaft leicht entzaubern kann und somit für Bürger einfacher begreifbar macht.

Der Pkw-Vergleich

Oftmals sind hier einfache Vergleiche aus anderen populäreren Bereichen wie dem Pkw-Sektor recht hilfreich. Nicht selten können Kunden beispielsweise keine verbindlichen Angaben über den letzten Wartungstermin ihrer Heizungsanlage machen. Das Ausmaß des Versäumnisses wird vielen meist erst dann deutlich, wenn der Fachmann fragt, ob der Kunde denn auch, ohne Inspektion oder eine Werkstatt aufzusuchen, ruhigen Gewissens 100.000 km mit dem Pkw abspulen würde. Viele Kunden sind auch fälschlicherweise fest davon überzeug, ihre Heizung wird regelmäßig gewartet. Denn schließlich kommt der Schornsteinfeger einmal im Jahr und bestätigt immer, dass alles so weit passt. Hier werden irrtümlicherweise vorgeschriebene Prüfungen der Heizung zur Einhaltung der Normen und der eigentliche Wartungsvorgang, also die Instandhaltung plus Reinigung, schlicht gleichgestellt. Aber dass die Abgaswerte der Anlage „stimmen“, sagt nicht viel darüber aus, wie der Wärmetauscher von innen aussieht. Deutlicher wird's wieder durch den Pkw-Vergleich. Ich fahre zum TÜV und danach ist mein Auto wieder in Ordnung - falsch. Hier weiß jeder Laie, dass der TÜV im Gegensatz zur Kfz-Werkstatt weder Ölwechsel vornimmt noch Zündkerzen oder Luftfilter reinigt.

Besondere Rolle der Stadtwerke aktuell

Der Job der regionalen EVU erscheint angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten, über den gesamten Globus verteilter wirtschaftlicher und politischer Krisenherde derzeit auf den ersten Blick nicht unbedingt fürchterlich beneidenswert. Doch ist er in der Praxis aktuell wichtiger und bei näherem Hinsehen – „es geht um die Wurscht“ – attraktiver denn je. Gilt es doch zunächst, den Kunden in ergiebigen Beratungsgesprächen die Verunsicherung zu nehmen und ihnen geduldig die gesamte Bandbreite ihrer individuellen Möglichkeiten zu erläutern. Denn die fragen in der letzten Zeit verstärkt z. B. nach konkreten Möglichkeiten, ihre Gasrechnung zu drücken. Sie fragen ebenso nach Optionen, die eine Photovoltaik-Installation bringt wie auch nach Chancen der Elektromobilität. Kunden wollen genau wissen, was sie im Einzelnen tun können, um effizient und intelligent Energie sparen zu können. Stadtwerke beraten, beantworten Fragen, wie alles zusammenhängt – Heizung, Photovoltaik, E-Mobilität – und helfen unbürokratisch, gehen z. B. hohen Verbräuchen fachmännisch auf den Grund und geben konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Die besondere Herangehensweise der regionalen EVU, der Stadtwerke in der Beratungssituation zeichnet sich neben dem einzig bewährten ganzheitlichen Ansatz durch Machbarkeit aus. Das bedeutet vor allem in den Anfängen, dass sie Schritt für Schritt die ersten Gehversuche ihrer Kunden in Sachen Energiesparen begleiten und fördern. Dazu stellen EVU flankierende Energiesparbroschüren zur Verfügung, die „bei Adam und Eva“ anfangen und zunächst für das Thema sensibilisieren. Die Hilfestellungen zeigen z. B. auf, was im Haushalt überhaupt Verbrauch verursacht und was Watt eigentlich plastisch bedeutet. Darin finden Kunden leicht umsetzbare Tipps, wie sie mit einfachsten Mitteln sofort loslegen können, ihre Verbräche signifikant zu senken. Ist dieser Einstieg erst einmal geschafft, wächst mit zunehmendem Verständnis der Wirkzusammenhänge dann auch nach einer kurzen Phase der Verblüffung die ehrliche Begeisterung am Energiesparen.

So beginnt das Themenspektrum ihrer Beratung bei kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen und geht beispielsweise bis hin zu eher langfristig orientierten kompletten Heizungssanierungen. In den Gesprächen wird mit Blick auf das jeweils technologisch ideale Resultat das gesamte Portfolio ergebnisoffen und unabhängig etwa von regional etablierten Marken angeboten. Ziel ist immer die optimale für den jeweiligen Fall maßgeschneiderte Individuallösung. Haben es die Energie-Experten bei einem Objekt beispielsweise mit einem denkmalgeschützten Gebäude zu tun, kommt in aller Regel ein Vollwärmeschutz nicht infrage. Dann empfehlen sich u. U. ein Gasbrennwertgerät sowie Solarthermie fürs Brauchwasser und vielleicht noch ein zusätzlicher Holzkaminofen. Eine andere Ausgangssituation ergibt sich natürlich bei Neubauvorhaben, die, was die gesetzlichen Auflagen anbelangt, recht stark reguliert sind.

Eine Frage der Motivation

Hand aufs Herz – Motivation Nummer eins für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher unter uns, Energie zu sparen, dürften immer noch schlicht die Kosten sein. Die nächste Jahresabrechnung ihres Energieversorgers sowie die damit verbundenen Abschlagszahlungen für das Folgejahr. Und das ist in Ordnung. Denn niedrige Kosten sind und bleiben ein in der breiten Masse starker Antrieb, individuelle Energieverbräuche permanent im Auge zu behalten, auf den auch perspektivisch immer Verlass sein wird.

Die sauberste Energie…

Viele jedoch gehen in ihrer Weltanschauung in puncto Energiesparen heute bereits einen großen Schritt weiter. Über jegliche monetären Kriterien hinaus beziehen sie dabei in erster Linie das Vermächtnis, das sie kommenden Generationen hinterlassen werden, in ihr Tun bzw. Lassen mit ein. Junge Eltern beispielsweise setzen natürlich alles daran, ihren Kindern, wenn die einmal groß sind, eine lebenswerte Zukunft in einer vergleichsweise intakten Umwelt zu ermöglichen. Ihr Plan, ihre Strategie, Energie zu sparen, endet nicht etwa abrupt bei einer niedrigen Abrechnung der Stadtwerke. Sie umfasst vielmehr ökologische Gesichtspunkte und besonders deren komplexere Zusammenhänge, die das Potenzial haben, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck unterm Strich versöhnlicher zu gestalten. Denn die sauberste Energie ist nicht die, die wir nicht bezahlen müssen, sondern immer noch die, die wir nicht verbrauchen. Die muss nämlich gar nicht erst erzeugt werden.

Die Philosophie - Abschied vom Inseldenken

Tatsächlich bedeutet Energiesparen mehr als eine Temperaturabsenkung in den Wohnräumen hier oder regelmäßiges Stoßlüften da, eine Investition in eine moderne Heizungsanlage oder dreifach verglaste Fenster, in eine schicke Photovoltaikanlage auf dem Dach oder, oder, oder. Schon gar nicht bedeutet Energiesparen, sich im Internet einfach den billigsten Tarif herauszupicken. Der richtige Ansatz hier erfordert zunächst den Abschied vom sogenannten Inseldenken.

Die eigentliche Kunst, eine auf lange Sicht erfolgversprechende Strategie, den Energieverbrauch in seiner Ökobilanz verlässlich und nachhaltig zu senken, beginnt also immer mit einer ganzheitlichen Betrachtung. Und der Schlüssel zum Erfolg liegt dann in der geschickten Kombination verschiedener Sektoren, Schritte und Einzelmaßnahmen sowie in deren fachmännischen Koordination. Bei dieser Herangehensweise geht es beispielsweise um das für ein Bestandsgebäude geeignete Heizsystem und flankierende Maßnahmen zur Wärmedämmung. Es geht derweil auch um Unterstützung durch erneuerbare Energien, sparsame elektrische Verbraucher und all die Möglichkeiten der Elektromobilität. In dieser Philosophie sind alle positiven „Nebeneffekte“ inklusive: vertretbare Energiekosten und ein reines Gewissen obendrein. Und die Generalkompetenz in Sachen Energieversorgung, die dafür erforderlich ist, liegt seit Äonen bei den EVU, nicht weit entfernt bei den Stadtwerken vor Ort.